Aufgabenstellung und Berechnungsziel
Das Modul K10A gehört zur Modulreihe für die Berechnung von Großwasserraumkesseln nach DIN EN 12953-3 und deckt nach der Kapitelsystematik dieser Reihe den Abschnitt 10 ab: die Auslegung von Flammrohren und Wendekammern. Flammrohre sind die von außen mit dem Kesseldruck belasteten Feuerraumrohre eines Großwasserraumkessels; maßgebend ist damit nicht die Zugfestigkeit unter Innendruck, sondern die Tragfähigkeit unter Außendruck einschließlich der Stabilität gegen elastisches und plastisches Einbeulen.
In der Praxis braucht man diese Berechnung bei der Auslegung und Nachrechnung von Dreizug- und Rauchrohrkesseln: Glattrohr- und Wellrohr-Flammrohre, deren zulässiger Druck von Wanddicke, Durchmesser, unverstärkter Länge und Unrundheit abhängt. Die DIN EN 12953-3 (Großwasserraumkessel, Teil 3: Konstruktion und Berechnung für drucktragende Teile) legt dafür die Berechnungsregeln, die zulässigen Spannungen und die konstruktiven Grenzen fest.
Das Modul ermittelt die erforderliche Wanddicke beziehungsweise den zulässigen Druck des außendruckbelasteten Bauteils und prüft die geometrischen Randbedingungen des Regelwerks, sodass sich die Auslegung von Flammrohr berechnen und dokumentieren lässt, ohne die Norm von Hand auswerten zu müssen.
So läuft die Berechnung ab
- Geometrie und Bauform festlegen: Zunächst werden die Geometrie des außendruckbelasteten Bauteils definiert: Durchmesser, Wanddicke, unverstärkte Länge zwischen wirksamen Versteifungen sowie die Bauform (glattes oder gewelltes Flammrohr). Auch die zulässige Unrundheit geht als Imperfektionsmaß in die Berechnung ein.
- Werkstoff- und Belastungsdaten eingeben: Berechnungsdruck und Berechnungstemperatur werden vorgegeben; aus dem gewählten Kesselbaustahl folgen die Festigkeitskennwerte und der Elastizitätsmodul bei Temperatur, aus denen die Norm die zulässige Spannung ableitet.
- Tragfähigkeit unter Außendruck nachweisen: Die Norm verlangt bei außendruckbelasteten Zylindern den Nachweis sowohl gegen plastisches Versagen als auch gegen elastisches Einbeulen. Das Modul wertet die zugehörigen Nachweisgleichungen mit den vorgeschriebenen Sicherheitsbeiwerten aus.
- Konstruktive Grenzen prüfen: Anschließend werden die geometrischen Anwendungsgrenzen des Kapitels kontrolliert, etwa Mindest- und Höchstwanddicken sowie zulässige Längen- und Durchmesserverhältnisse, die das Regelwerk für Flammrohre vorschreibt.
- Ergebnis dokumentieren: Als Ergebnis stehen die erforderliche Wanddicke beziehungsweise der zulässige Druck und die Ausnutzung der einzelnen Nachweise fest; damit ist der Festigkeitsnachweis nach DIN EN 12953-3 nachvollziehbar belegt.
Eingabegrößen
| Größe | Symbol | Einheit |
|---|---|---|
| load case | case | – |
| Subjected to heat transfer | transfer | – |
| Gas entery temperature | tG | – |
| Nominal shell thickness | e | mm |
| Heating by | by | – |
| Calculation pressure | pc | MPa(p) |
| Saturation temperature | ts | °C |
| Additional temperature | tz | °C |
| Calculation temperature | tc | °C |
| Rectangular area | area | – |
| Elliptical area | area | – |
| Number of shape factor acc. to table 4 | 4 | – |
| Shell | Shell | – |
| Material strength | Ks | N/mm² |
| Material strength (Test) | Ks(Test) | N/mm² |
| Yield strength (Test) | Rp0.2 | N/mm² |
| Safety factor | Ss | - |
| Safety factor | Ss | - |
| design stress | fs | N/mm² |
| Wall thinning allawance | C1 | mm |
| Corrosion allawance | C2 | mm |
| Plate | Plate | – |
| Material strength | Kp | N/mm² |
| Material strength (Test) | Kp(Test) | N/mm² |
Berechnungsoptionen
load case
operation · test
Subjected to heat transfer
Yes · No
Gas entery temperature
≤ 400 · 400-800 · > 800
Heating by
radiation · convection
Rectangular area
0 · 1 · 2 · 3 · 4 · 5
Elliptical area
0 · 1 · 2 · 3 · 4 · 5
Number of shape factor acc. to table 4
1 · 2 · 3 · 4
Wet back reversal chambers
Yes · No
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die Berechnung eines Flammrohrs von der eines normalen Kesselmantels?
Der Kesselmantel steht unter Innendruck und wird über die Kesselformel gegen plastisches Versagen ausgelegt. Das Flammrohr wird dagegen vom Wasserraum her mit Außendruck belastet; hier ist neben der Spannungsbegrenzung vor allem die Stabilität gegen Einbeulen maßgebend. Deshalb gehen Elastizitätsmodul, unverstärkte Länge und Unrundheit in die Berechnung ein, die bei der Innendruckauslegung keine Rolle spielen.
Warum werden Flammrohre oft gewellt ausgeführt?
Wellrohre erhöhen die Beulsteifigkeit gegenüber einem glatten Rohr gleicher Wanddicke und nehmen zusätzlich Wärmedehnungen zwischen Flammrohr und Mantel elastisch auf. Dadurch lassen sich größere unverstärkte Längen und höhere Drücke realisieren; die Norm behandelt glatte und gewellte Flammrohre mit unterschiedlichen Regeln.
Welche Rolle spielt die Unrundheit des Flammrohrs?
Bei außendruckbelasteten Zylindern wirkt eine Abweichung von der idealen Kreisform als Vorbeule und setzt den kritischen Beuldruck deutlich herab. Die Norm begrenzt deshalb die zulässige Unrundheit und berücksichtigt sie im Nachweis; bei Nachrechnungen bestehender Kessel sollte die tatsächlich gemessene Unrundheit angesetzt werden.