Modul NOLO: Inhalt in fachlicher Prüfung

Das Modul NOLO ist ein Baustein für den Nachweis von Stutzen unter lokalen Lasten: Es ermittelt die Kenngrößen des Stutzens, die in die Berechnung der zulässigen örtlichen Beanspruchung am Ausschnitt eingehen.

Modul NOLORegelwerk ModulspezifischLesedauer 5 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul NOLO ist ein Baustein für den Nachweis von Stutzen unter lokalen Lasten: Es ermittelt die Kenngrößen des Stutzens, die in die Berechnung der zulässigen örtlichen Beanspruchung am Ausschnitt eingehen. Dazu gehören die Berechnungsnennspannung des Stutzenwerkstoffs aus Festigkeitskennwert und Sicherheitsbeiwert, die um Wanddicken- und Korrosionszuschlag verminderten Berechnungswanddicken sowie die äquivalente Wanddicke aus Schale und Verstärkung (z. B. Verstärkungsscheibe).

Solche Kennwerte braucht man immer dann, wenn ein Stutzen nicht nur den Innendruck, sondern auch äußere Kräfte und Momente aus angeschlossenen Rohrleitungen aufnehmen muss – ein Standardfall im Apparatebau, da Rohrleitungsreaktionen aus Wärmedehnung und Eigengewicht direkt auf die Stutzen wirken. Die dimensionslosen Verhältnisse und der Beiwert für den Stutzen, die das Modul mit ihren Gültigkeitsbedingungen auswertet, entsprechen der Systematik der Regelwerksverfahren für lokale Lasten an Stutzen (etwa EN 13445-3, Abschnitt 16).

So läuft die Berechnung ab

  1. Werkstoffkennwerte des Stutzens bestimmen: Aus dem gewählten Stutzenwerkstoff, seinem Festigkeitskennwert bei Berechnungstemperatur und dem Sicherheitsbeiwert wird die Berechnungsnennspannung des Stutzens gebildet.
  2. Wirksame Wanddicken ermitteln: Nennwanddicken werden um Wanddickenzuschlag (Minustoleranz) und Korrosionszuschlag vermindert; für die tragende Wand am Ausschnitt wird die Berechnungswanddicke von Schale und Verstärkung zu einer äquivalenten Wanddicke zusammengefasst.
  3. Geometrieverhältnisse prüfen: Die dimensionslosen Verhältnisse (etwa Durchmesser- und Wanddickenverhältnisse) werden gebildet und gegen die Gültigkeitsbedingungen des Verfahrens geprüft – nur innerhalb dieser Grenzen sind die hinterlegten Beiwertkurven anwendbar.
  4. Beiwert für den Stutzen auswerten: Aus den Geometrieverhältnissen folgt der Beiwert für den Stutzen samt zugehöriger Bedingung; er geht anschließend in die Ermittlung der zulässigen lokalen Lasten bzw. Spannungen am Stutzenanschluss ein.
Eingabegrößen24 / 90 Größen
GrößeSymbolEinheit
Lastfall Betrieb = 1 / Prüfung = 2Lastfall
Lastfalltext
Berechnungstemperaturt°C
BerechnungsdruckPMPa
WerkstoffbezeichnungSchale
KennwertRMPa
SicherheitS
BerechnungsnennspannungfMPa
WerkstoffbezeichnungStutzen
KennwertRMPa
SicherheitS
BerechnungsnennspannungfMPa
Außendurchmesser der SchaleDemm
Nennwanddicke der Schalenenmm
Außendurchmesser des Stutzensdemm
Nennwanddicke des Stutzensenbmm
BerechnungsnennspannungfMPa
Außendurchmesser der Verstärkungsplatted2mm
Breite der VerstärkungsplatteLmm
Axialkraft am Stutzen (bei Zug > 0)FZN
Umfangsmoment am StutzenMXNm
Längsmoment am StutzenMYNm
resultierendes Moment√(MX²+MY²) MBNm
kombinierte Berechnungswanddickeecmm
Berechnungsergebnisse24 / 26 Größen
GrößeSymbolEinheit
Lastfalltext
Berechnungswanddicke der Schaleen-c1-c2 eamm
Innendurchmesser der SchaleDimm
mittlerer SchalendurchmesserDmm
Berechnungswanddicke des Stutzensenb-c1S-c2S ebmm
Innendurchmesser des Stutzensdimm
mittlerer Stutzendurchmesserdmm
Berechnungswanddicke der VerstärkungenV-c1V-c2V e2mm
Breite der VerstärkungsplatteLmm
zulässiger Berechnungsdruck (Modul EN09)PmaxMPa
zulässiges globales Moment (Modul EN16.14)MmaxNm
zulässige globale Stutzenkraft (Modul EN16.14)FmaxN
Beiwert für AxiallastC1
Beiwert für UmfangsmomentC2
Beiwert für LängsmomentC3
Beiwert für WechselwirkungC4
zulässige AxiallastFZ,maxN
zulässiges UmfangsmomentMX,maxNm
zulässiges LängsmomentMY,maxNm
BedingungΦP ≤ 1
Auslastungsgrad BedingungΦZ ≤ 1
Auslastungsgrad BedingungΦB ≤ 1
Auslastung nach 16.5.6.4 Bedingung≤ 1
BerechnungsergebnisFestigkeitsbedingung

Berechnungsoptionen

Option

Lokale Lasten an Zylinderstutzen ohne Verstärkungsplatte, Abschnitt 16.5 · Lokale Lasten an Zyinderstutzen mit Verstärkungsplatte, Abschnitt 16.5

Häufige Fragen

Was bedeutet die äquivalente Wanddicke aus Schale und Verstärkung?

Wird der Ausschnitt durch eine Verstärkungsscheibe oder eine örtlich dickere Schale verstärkt, darf die zusätzliche Wand innerhalb der mittragenden Länge angerechnet werden. Die Regelwerksverfahren fassen dies zu einer äquivalenten Wanddicke zusammen, mit der die Beiwerte und zulässigen Lasten berechnet werden – sie ist stets kleiner oder gleich der Summe der Einzeldicken, da die Verstärkung nur begrenzt mitträgt.

Warum werden Korrosions- und Wanddickenzuschlag abgezogen?

Der Nachweis muss für den ungünstigsten Zustand über die Lebensdauer gelten: Die Minustoleranz der Wanddicke kann von Anfang an fehlen, der Korrosionszuschlag geht im Betrieb verloren. Gerechnet wird deshalb mit der Berechnungswanddicke (Nennwanddicke abzüglich beider Zuschläge), nicht mit der Bestellwanddicke.

Was passiert, wenn eine Gültigkeitsbedingung der Verhältnisse verletzt ist?

Die Beiwertkurven der Regelwerke sind nur für bestimmte Bereiche von Durchmesser- und Wanddickenverhältnissen abgesichert. Außerhalb liefert das Verfahren keine belastbaren Werte; dann sind eine andere Nachweismethode (z. B. Spannungsanalyse nach dem Verfahren mit Spannungskategorien oder FEM) oder eine geänderte Konstruktion erforderlich.

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