Schnittstelle zur Stoffwerteermittlung mit PROPER berechnen – Modul PROP

Das Modul PROP ist die Schnittstelle zur Stoffwerteermittlung mit PROPER. Über diese Anbindung lassen sich thermophysikalische Stoffdaten für reine Stoffe und Gemische direkt in die Berechnung übernehmen: Dichte, spezifische Wärmekapazität, Enthalpie,…

Modul PROPRegelwerk ModulspezifischLesedauer 4 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul PROP ist die Schnittstelle zur Stoffwerteermittlung mit PROPER. Über diese Anbindung lassen sich thermophysikalische Stoffdaten für reine Stoffe und Gemische direkt in die Berechnung übernehmen: Dichte, spezifische Wärmekapazität, Enthalpie, Verdampfungsenthalpie, Wärmeleitfähigkeit, dynamische Viskosität, Prandtl-Zahl, Oberflächenspannung, thermischer Ausdehnungskoeffizient, Temperaturleitfähigkeit sowie Realgasgrößen wie Realgasfaktor, Isentropenexponent, Molmasse und kritische Daten.

In der Verfahrenstechnik sind konsistente Stoffwerte die Grundlage jeder Wärmeübertrager-, Druckverlust- oder Sicherheitsventilberechnung. Statt Werte aus Tabellenwerken manuell zu übertragen, ruft PROP sie für den jeweiligen Zustandspunkt (Druck, Temperatur, Zusammensetzung) ab – für einphasige Zustände ebenso wie für Siedezustände und Phasengleichgewichte, für Kältemittel, Erdgas und andere technische Fluide.

Der Vorteil in der Praxis: Alle nachgeschalteten Module rechnen mit denselben, zum Zustandspunkt passenden Stoffdaten. Damit entfallen Übertragungsfehler und Inkonsistenzen, die bei manueller Stoffwerteingabe eine häufige Fehlerquelle in der Apparateauslegung sind.

So läuft die Berechnung ab

  1. Stoff oder Gemisch auswählen: Aus der PROPER-Stoffdatenbank wird der reine Stoff oder das Gemisch mit seiner Zusammensetzung gewählt; für Gemische werden die Anteile der Komponenten vorgegeben.
  2. Zustandspunkt festlegen: Druck und Temperatur (bzw. der Sättigungszustand) definieren den Zustandspunkt, für den die Stoffwerte ermittelt werden sollen – einphasig flüssig, einphasig gasförmig oder auf der Siede-/Taulinie.
  3. Stoffwerte abrufen: PROPER berechnet die angeforderten Größen wie Dichte, Wärmekapazität, Viskosität, Wärmeleitfähigkeit, Enthalpie, Verdampfungsenthalpie, Oberflächenspannung, Prandtl-Zahl, Realgasfaktor und Isentropenexponent für den gewählten Zustandspunkt.
  4. Werte in die Berechnung übernehmen: Die ermittelten Stoffdaten stehen den nachfolgenden Berechnungsmodulen – etwa für Wärmeübergang, Druckverlust oder Behälterauslegung – unmittelbar und konsistent zur Verfügung.
Eingabegrößen24 / 180 Größen
GrößeSymbolEinheit
StoffdateiStoffname-
Temperatur 1ϑ1°C
Temperatur 2ϑ2°C
Druck 1p1Pa
Druck 2p2Pa
Dichte 1ρ1kg/m³
Dichte 2ρ2kg/m³
Dichte 3ρ1kg/m³
Dichte 4ρ2kg/m³
Spez. Wärmekapazität 1cp1J/(kg·K)
Spez. Wärmekapazität 2cp2J/(kg·K)
Spez. Wärmekapazität 3cp1J/(kg·K)
Spez. Wärmekapazität 4cp2J/(kg·K)
Dyn. Viskosität 1η1mPa·s
Dyn. Viskosität 2η2mPa·s
Dyn. Viskosität 3η1mPa·s
Dyn. Viskosität 4η2mPa·s
Kin. Viskosität 1ν1m²/s
Kin. Viskosität 2ν2m²/s
Kin. Viskosität 3ν1m²/s
Kin. Viskosität 4ν2m²/s
Wärmeleitfähigkeit 1λ1W/(m·K)
Wärmeleitfähigkeit 2λ2W/(m·K)
Wärmeleitfähigkeit 3λ1W/(m·K)

Berechnungsoptionen

Phasengleichgewichtsmodell

Keine Berechnung des Phasengleichgewichts · 1 · 2 · 3 · 4 · 5 · 6 · 7 · 8 · 9 · 10 · 11

Stoffdatei erstellen / laden

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Häufige Fragen

Für welche Stoffe liefert die Schnittstelle Stoffwerte?

Für die in der PROPER-Datenbank hinterlegten reinen Stoffe und Gemische, darunter technische Gase, Kältemittel, Erdgas und Wasser/Dampf. Für Gemische werden die Eigenschaften aus den Reinstoffdaten und geeigneten Mischungsregeln bzw. Zustandsgleichungen bestimmt; auch Phasengleichgewichte und Dampfanteile lassen sich ermitteln.

Warum ist der Zustandspunkt so wichtig für die Stoffwerte?

Viele Stoffwerte hängen stark von Temperatur und Druck ab: Die Viskosität von Flüssigkeiten ändert sich mit der Temperatur oft um Größenordnungen, die Dichte von Gasen nahezu proportional zum Druck, und in der Nähe der Phasengrenze oder des kritischen Punkts ändern sich alle Größen besonders steil. Stoffwerte müssen daher immer für den tatsächlichen Betriebszustand abgerufen werden, nicht für Normbedingungen.

Was ist bei zweiphasigen Zuständen zu beachten?

Im Nassdampfgebiet sind Größen wie Dichte oder Enthalpie nur zusammen mit dem Dampfanteil eindeutig. Die Schnittstelle liefert dann die Werte der siedenden Flüssigkeit und des gesättigten Dampfes getrennt; Mischgrößen ergeben sich über den Dampfgehalt bzw. den volumetrischen Dampfanteil. Für Wärmeübergangskorrelationen werden in der Regel die Phasenwerte einzeln benötigt.

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