Modul TABI: Inhalt in fachlicher Prüfung

Das Modul TABI stellt benutzerdefinierte Wertetabellen für Berechnungen bereit: Der Anwender hinterlegt Tabellen mit X-Werten und zugehörigen Funktionswerten Y, optional abhängig von einem zusätzlichen Parameter (Kurvenschar).

Modul TABIRegelwerk ModulspezifischLesedauer 4 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul TABI stellt benutzerdefinierte Wertetabellen für Berechnungen bereit: Der Anwender hinterlegt Tabellen mit X-Werten und zugehörigen Funktionswerten Y, optional abhängig von einem zusätzlichen Parameter (Kurvenschar). Für einen aktuellen X-Wert und einen aktuellen Parameterwert liest das Modul den interpolierten Funktionswert aus; über Multiplikatoren lassen sich Eingangsgrößen und Ergebnis skalieren, etwa zur Einheitenumrechnung. Der so ermittelte Endwert Y steht anschließend für weitere Berechnungen zur Verfügung.

Solche Tabellenmodule braucht man in der Ingenieurpraxis überall dort, wo Zusammenhänge nicht als geschlossene Formel, sondern nur als Diagramm oder Wertetabelle vorliegen: Kennlinien von Pumpen und Armaturen, Beiwerte aus Normdiagrammen, werkstoff- oder herstellerspezifische Kurven. Statt Werte bei jeder Rechnung erneut aus dem Diagramm abzulesen, wird die Kurve einmal digitalisiert und danach reproduzierbar ausgewertet.

Damit dient TABI als flexibles Hilfsmodul im ATLAS-System: Es macht projekt- oder firmenspezifisches Datenmaterial für die übrigen Berechnungsmodule nutzbar und dokumentiert zugleich, mit welchen Stützwerten gerechnet wurde.

So läuft die Berechnung ab

  1. Tabelle anlegen: Die Tabelle erhält eine eindeutige Tabellenbezeichnung; anschließend werden die Stützstellen als Paare aus X-Wert und Funktionswert Y erfasst. Für Kurvenscharen wird zusätzlich je Kurve ein Parameterwert (Parameter 1, Parameter 2) hinterlegt.
  2. Multiplikatoren festlegen: Für X-Werte, Parameter und Funktionswerte können Multiplikatoren definiert werden, zum Beispiel zur Umrechnung der Tabelleneinheiten auf die im Projekt verwendeten Einheiten oder zur Skalierung einer normierten Kennlinie.
  3. Aktuellen Auswertepunkt vorgeben: Für die Berechnung werden der aktuelle X-Wert und – bei Kurvenscharen – der aktuelle Parameterwert eingegeben. Beide sollten innerhalb des von den Stützstellen abgedeckten Bereichs liegen.
  4. Interpolieren und Endwert bilden: Das Modul interpoliert zwischen den Stützstellen (bei Kurvenscharen zusätzlich zwischen den Parameterkurven), wendet die Multiplikatoren an und liefert den Endwert Y, der in nachgelagerte Berechnungen übernommen werden kann.
Eingabegrößen24 / 26 Größen
GrößeSymbolEinheit
Tabellenbezeichnung TabellenbezeichnungExtension)
Tabellenbezeichnung TabellenbezeichnungExtension)
aktueller Wert aktueller WertX1 X2
aktueller Wert aktueller WertX1 X2
akuteller Parameter aktueller ParameterP1 P2
akuteller Parameter aktueller ParameterP1 P2
Funktionswert Y Funktionswert YFY1 FY2
Funktionswert Y Funktionswert YFY1 FY2
X-Wert 1 X-Wert 2Xe1 Xe2
X-Wert 1 X-Wert 2Xe1 Xe2
Multiplikator MultiplikatorMXe1 MXe2
Multiplikator MultiplikatorMXe1 MXe2
Zuschlag für Eingangs X 1Additor AXe1 Additor AXe2
Zuschlag für Eingangs X 2Additor AXe1 Additor AXe2
Parameter 1 Parameter 2Pe1 Pe2
Parameter 1 Parameter 2Pe1 Pe2
Multiplikator MultiplikatorMPe1 MPe2
Multiplikator MultiplikatorMPe1 MPe2
Zuschlag für Eingangs Parameter 1Additor APe1 Additor APe2
Zuschlag für Eingangs Parameter 2Additor APe1 Additor APe2
Zuschlag für 1.FunktionswertAdditor AY1 Additor AY2
Zuschlag für 2.FunktionswertAdditor AY1 Additor AY2
Multiplikator MultiplikatorMY1 MY2
Multiplikator MultiplikatorMY1 MY2

Häufige Fragen

Wie genau ist die Interpolation zwischen den Stützstellen?

Die Genauigkeit hängt allein von der Dichte und Qualität der Stützstellen ab. Bei stark gekrümmten Kennlinien sollte man die Stützstellen dort verdichten, wo sich die Kurve schnell ändert; eine lineare Interpolation zwischen zu weit auseinanderliegenden Punkten kann sonst spürbare Fehler erzeugen. Ein Kontrollvergleich einzelner interpolierter Werte mit dem Originaldiagramm ist empfehlenswert.

Was ist bei Werten außerhalb des Tabellenbereichs zu beachten?

Extrapolation über die erste oder letzte Stützstelle hinaus ist grundsätzlich kritisch, weil der Kurvenverlauf dort nicht belegt ist. Physikalische Kennlinien (z. B. Pumpenkennlinien, Beiwertkurven) verhalten sich außerhalb des Messbereichs oft völlig anders. Der abgedeckte X- und Parameterbereich sollte deshalb von vornherein den gesamten Betriebsbereich der Anlage umfassen.

Wofür sind die Multiplikatoren gedacht?

Vor allem für Einheitenumrechnungen und Skalierungen: Eine Tabelle in bar kann so etwa direkt in eine Rechnung in N/mm² eingehen, oder eine auf den Nennpunkt normierte Kennlinie wird mit dem tatsächlichen Nennwert skaliert. Wichtig ist, die Multiplikatoren zu dokumentieren, damit später nachvollziehbar bleibt, in welchen Einheiten die Originaldaten vorlagen.

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