Auslegung von Rohrregisterübertragern berechnen – Modul AC

Das Modul AC dient der thermischen Auslegung von Rohrregisterübertragern — Wärmeübertragern mit rechteckigen Rohrbündeln, wie sie als Luftkühler, Lufterhitzer, Economiser, Register in Kanälen oder Heizschlangen im Anlagenbau weit verbreitet sind.

Modul ACRegelwerk Verfahrenstechnische Berechnungsmethoden, Teil 1, VCH Weinheim & VDI WärmeatlasLesedauer 6 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul AC dient der thermischen Auslegung von Rohrregisterübertragern — Wärmeübertragern mit rechteckigen Rohrbündeln, wie sie als Luftkühler, Lufterhitzer, Economiser, Register in Kanälen oder Heizschlangen im Anlagenbau weit verbreitet sind. Berechnungsgrundlage sind die anerkannten Korrelationen des VDI-Wärmeatlas sowie der Verfahrenstechnischen Berechnungsmethoden (VCH Weinheim).

Innerhalb und außerhalb der Rohre lassen sich unterschiedliche Medien aus einer umfangreichen Stoffdatenbank wählen — von Luft, Rauchgas, Wasser und Dampf über Thermoöle und Kältemittel bis zu Säuren, Laugen und Solen. Der Wärmeübergang kann einphasig gerechnet werden; zusätzlich werden Verdampfung (rohrseitig) und die Kondensation reiner Stoffe erfasst. Damit deckt das Modul auch Anwendungen wie Dampfregister, Verdampferschlangen und Abgaskondensation ab, einschließlich Taupunktbewertung und Wandtemperaturen.

Ergebnis der Berechnung sind die Wärmeübergangskoeffizienten beider Seiten, der Wärmedurchgangskoeffizient, die korrigierte logarithmische Temperaturdifferenz, Druckverluste sowie die Leistungsreserve der gewählten Übertragerfläche gegenüber der geforderten Wärmeleistung. So lässt sich ein Rohrregister-Wärmeübertrager berechnen, dimensionieren und nachrechnen.

Regelwerk und Berechnungsbasis: Verfahrenstechnische Berechnungsmethoden, Teil 1, VCH Weinheim & VDI Wärmeatlas

So läuft die Berechnung ab

  1. Geometrie des Rohrregisters festlegen: Eingegeben werden die Bündelabmessungen (waagrecht und senkrecht), die Bündellänge, Rohrdurchmesser, Rohrteilung und Anordnung (fluchtend/versetzt) sowie ggf. Berippung und Anzahl der rohrseitigen Durchgänge. Daraus ergeben sich Übertragerfläche und Strömungsquerschnitte.
  2. Medien und Betriebsdaten wählen: Für Rohrinnen- und Außenseite werden die Medien aus der Stoffdatenbank gewählt und Massenströme sowie Ein- und Austrittstemperaturen bzw. -drücke vorgegeben. Die Stoffwerte (Dichte, Viskosität, Wärmeleitfähigkeit, Prandtl-Zahl) werden temperaturabhängig ausgewertet; die geforderte Wärmeleistung wird als Sollwert gesetzt.
  3. Wärmeübergang beider Seiten berechnen: Mit den Nusselt-Korrelationen des VDI-Wärmeatlas werden die Wärmeübergangskoeffizienten bestimmt: rohrseitig für laminare bis turbulente Rohrströmung, gegebenenfalls mit Strömungssieden bei Verdampfung; außenseitig für die quer angeströmte Rohrreihe bzw. das Bündel, bei Reinstoffdampf mit Filmkondensation. Die zugehörigen Reynolds-Zahlen und Wandtemperaturen (kleinste, mittlere, größte) werden ausgewiesen.
  4. Wärmedurchgang und Temperaturdifferenz bilden: Aus beiden Wärmeübergangskoeffizienten, der Rohrwand und den Fouling-Widerständen folgt der Wärmedurchgangskoeffizient. Die logarithmische Temperaturdifferenz wird mit dem Korrekturfaktor für die tatsächliche Stromführung (Kreuz-/Gegenstrom, Pässe) korrigiert.
  5. Leistungsabgleich und Druckverlust: Die übertragbare Leistung k·A·ΔTlog,korr wird der Soll-Wärmeleistung gegenübergestellt; als Ergebnis erscheinen Leistungszahl und Leistungsreserve der Übertragerfläche. Parallel werden die Druckverluste beider Seiten sowie der Einfluss der Verschmutzung berechnet, sodass Ventilator bzw. Pumpe ausgelegt werden können.
Eingabegrößen24 / 141 Größen
GrößeSymbolEinheit
Fouling-Faktor Fouling-Faktorinnenm²·K/W
Fouling-Faktor Fouling-Faktoraussenm²·K/W
Volumenstrom einaussenm³/s
Dampfvolumenstrom (Austritt)Austrittm³/s
Volumenstrom flüssig (Austritt)Austrittm³/s
Dichte (Eintritt)aussenkg/m³
Dichte (Austritt)aussenkg/m³
Dampfdichteinnenkg/m³
DampfvolumenstromEintrittm³/s
Geschwindigkeit (Eintrittsstutzen)innenm/s
Geschwindigkeit (Austrittsstutzen)innenm/s
Anzahl der Rohre gesamtNtotal-
Rohrdurchmesser außenDRAm
Teilung quer zur Strömungsrichtungs1m
Teilung in Strömungsrichtungs2m
Teilung für teilversetztes Bündels3m
Wärmeleitfähigkeit des RohrmaterialsλGW/(m·K)
Wärmeleitfähigkeit des RippenmaterialsλRW/(m·K)
Außendurchmesser RippeDm
Dicke der Rippes1m
Dicke am Rippenfußs2m
AnströmquerschnittF
Aus(aussen)kg/kg
Rohr-AnordnungTeilungsart
Berechnungsergebnisse24 / 32 Größen
GrößeSymbolEinheit
Druckverlust Druckverlust- --
Wärmedurchgangs- KoeffizientkW/(m²·K)
Logarithmische TemperaturdifferenzdT_log'K (diff)
Leistungsreserve ÜbertragerflächeA_a
bei Reynoldsinnen-
Wärmeübergangs- Koeffizient Wärmeübergangs- Koeffizientα αW/(m²·K)
bei Reynolds bei Reynoldsaussen-
LeistungszahlVZ-
LüfterleistungLüfterleistungW
Wärmeleistung SollQ_sollkW
Wärmeübergangs- Koeffizient Wärmeübergangs- Koeffizientα αW/(m²·K)
Logarithmische Temperaturdifferenz korrigiertdT_logK (diff)
KorrekturfaktordT_log-
Wärmeübergang Wärmeübergang- --
Mittlere Wandtemperatur Mittlere WandtemperaturT_Wi°C
Mittlere Wandtemperatur Mittlere WandtemperaturT_Wa°C
LüfteranordnungLüfteranordnung-
Fouling-Faktor Δp- --
Leistungsreserve ÜbertragerflächeLeistungsreserve%
Kleinste Wandtemperatur Kleinste Wandtemperaturinnen°C
Größte Wandtemperatur Größte Wandtemperaturinnen°C
Kleinste Wandtemperatur Kleinste Wandtemperaturaussen°C
Größte Wandtemperatur Größte Wandtemperaturaussen°C
Wandtemperatur--

Berechnungsoptionen

Rohr-Anordnung

fluchtend · versetzt · teilversetzt

Rohrtyp

Geradrohr · U-Rohr

Strömungsführung

Kreuzgegenstrom · Kreuzgleichstrom

Häufige Fragen

Wann reicht die einphasige Berechnung, wann muss ich Verdampfung oder Kondensation ansetzen?

Einphasig gerechnet wird, solange das Medium im gesamten Apparat ohne Phasenwechsel bleibt — auch bei starker Temperaturänderung. Sobald ein Reinstoffdampf unter seine Sattdampftemperatur abgekühlt wird, ist Kondensation anzusetzen; sobald eine Flüssigkeit in den Rohren die Siedetemperatur erreicht, Verdampfung. Das Modul berechnet Verdampfung nur rohrseitig und Kondensation für Reinstoffe; Gemischkondensation mit gleitendem Taupunkt oder Inertgasanteilen ist nur näherungsweise abbildbar und sollte konservativ bewertet werden.

Was sagt die Leistungsreserve der Übertragerfläche aus?

Sie gibt an, um wie viel Prozent die installierte Fläche größer ist als die für die Soll-Leistung rechnerisch erforderliche Fläche. Eine Reserve deckt Unsicherheiten der Korrelationen, Stoffwertstreuungen und fortschreitende Verschmutzung ab. Üblich sind je nach Anwendung 10 bis 25 %; eine sehr große Reserve kann bei Verdampfern allerdings zu Regel- und Stabilitätsproblemen führen und ist kein Qualitätsmerkmal an sich.

Warum werden kleinste und größte Wandtemperatur ausgewiesen?

Die Wandtemperatur entscheidet über mehrere Auslegungsrisiken: Bei Rauchgasen darf die kleinste Wandtemperatur den Säure- bzw. Wassertaupunkt nicht unterschreiten (Korrosionsgefahr), bei Thermoölen und Produkten mit Zersetzungsneigung darf die größte Wandtemperatur die zulässige Filmtemperatur nicht überschreiten. Außerdem gehen Wandtemperaturen in die Stoffwertkorrekturen der Nusselt-Korrelationen und in die Blasensiede-Bewertung ein.

Wie geht Verschmutzung (Fouling) in die Berechnung ein?

Fouling wird als zusätzlicher Wärmeleitwiderstand auf einer oder beiden Seiten des Wärmedurchgangs berücksichtigt und reduziert den Wärmedurchgangskoeffizienten. Zusätzlich verengen Beläge den Strömungsquerschnitt und erhöhen den Druckverlust — das Modul weist deshalb auch den Fouling-Einfluss auf Δp aus. Die Ansatzwerte sollten aus Betriebserfahrung oder Standardtabellen (z. B. TEMA) stammen und nicht pauschal maximiert werden, da überhöhte Fouling-Widerstände zu unnötig großen Apparaten führen.

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