Modul E13B: Inhalt in fachlicher Prüfung

Das Modul E13B gehört zur Rohrbodenberechnung von Rohrbündel-Wärmetauschern nach EN 13445-3, Kapitel 13, und behandelt die Anschluss- und Dichtungsgeometrie des Bodens.

Modul E13BRegelwerk ModulspezifischLesedauer 5 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul E13B gehört zur Rohrbodenberechnung von Rohrbündel-Wärmetauschern nach EN 13445-3, Kapitel 13, und behandelt die Anschluss- und Dichtungsgeometrie des Bodens. Erfasst werden die Berohrung (Rohrlochteilung, größter Mitte-zu-Mitte-Abstand benachbarter Rohrreihen nach Bild 13.7.3-1, Tiefe der Trennwandnut nach Bild 13.7.3-2, unberohrte Flächen nach Bild 13.7.3-5), die Dichtungsdaten beider Seiten (Kontaktflächen-Durchmesser, theoretische Sitzweite, Durchmesser der Dichtungskraft, Dichtungsfaktor) sowie die Flanschverbindung mit Lochkreis, Schraubenanzahl, Schraubenlochdurchmesser und Einbau-Schraubenkraft.

Für Festkopf-Wärmetauscher mit Kompensator geht zusätzlich die Federsteifigkeit des Balges samt Balg-Innendurchmesser ein – sie entscheidet darüber, wie stark thermische Dehnungsdifferenzen zwischen Rohrbündel und Mantel den Rohrboden belasten. Aus der Berohrungsgeometrie leitet das Modul die effektiven Kenngrößen nach Abschnitt 13.7 ab (effektive Rohrteilung, effektiver Rohrlochdurchmesser, Verschwächungsbeiwerte, effektiver E-Modul, effektive Poissonzahl, effektive Biegesteifigkeit und effektiver Bodenradius) und ermittelt für gelochte Böden mit Flanschansatz nach den Abschnitten 13.10 bzw. 13.11 das maßgebende Moment und die erforderliche Flanschdicke.

Diese Berechnung ist Standard bei der Auslegung von Rohrbündel-Wärmetauschern nach Druckgeräterichtlinie: Sie verbindet den Dichtheits- und Schraubennachweis der Flanschverbindung mit dem Festigkeitsnachweis des gelochten Rohrbodens.

So läuft die Berechnung ab

  1. Berohrung und unberohrte Zonen beschreiben: Rohrlochteilung, größter Rohrreihenabstand, Tiefe der Trennwandnut und die unberohrten Flächen nach Bild 13.7.3-5 definieren den gelochten Bereich. Der Rohrflächenhülldurchmesser wird gegen die Bedingung ≥ 0,85 · De geprüft.
  2. Dichtungen beider Seiten festlegen: Für Mantel- und Vorkammerseite werden Außen- und Innendurchmesser der Kontaktfläche eingegeben; daraus folgen die theoretische Sitzweite, die wirksame Dichtungsbreite und der Durchmesser der Dichtungskraft. Der Dichtungsfaktor bestimmt die erforderlichen Flächenpressungen.
  3. Schraubenverbindung und Einbauzustand nachweisen: Aus Lochkreisdurchmesser, Schraubenanzahl und Schraubenlochdurchmesser sowie der zulässigen Einbauspannung des Flansches wird die Einbau-Schraubenkraft ermittelt, die als Randlast auf den Rohrboden wirkt.
  4. Balgsteifigkeit berücksichtigen: Bei Festkopf-Bauarten mit Kompensator geht die axiale Federsteifigkeit des Balges ein; ohne Balg wird rechnerisch eine sehr hohe Steifigkeit angesetzt. Der Balg entkoppelt die Wärmedehnung von Bündel und Mantel und reduziert so die auf den Rohrboden wirkenden Zwängungskräfte.
  5. Effektive Kenngrößen und erforderliche Dicke berechnen: Nach Abschnitt 13.7 werden effektive Rohrteilung, effektiver Rohrlochdurchmesser, Verschwächungsbeiwerte, effektiver E-Modul, Poissonzahl und Biegesteifigkeit des Bodens bestimmt. Mit dem Moment nach Gleichung (13.11.5-2) bzw. (13.10.5-4) folgt die erforderliche Flanschdicke des Rohrbodens mit Flanschansatz.
Eingabegrößen24 / 177 Größen
GrößeSymbolEinheit
Werkstoff BodenBoden
DickeBodendickemm
AußendurchmesserBodenmm
Kennwert PrüfungPrüfungMPa
Kennwert BetriebBetriebMPa
Sich.faktor PrüfungPrüfung
Sich.faktor BetriebBetrieb
E-Modul**)MPa
Zuschlag c1Bodenmm
Korr.-Zuschlag c2Bodenmm
WärmedehnungBoden1E-6/°C
Lastfall (1=Betrieb, 2=Prüfung bei 20°C, 3=sonstige)2=Prüfung)
Lastfallbezeichnung*)
FließgrenzeBodenMPa
Zulässige Spannung*)MPa
für Berechnungsfallσs,eq = < fs = 1-3MPa
Fließgrenze des Mantels beiTs = Sy1s°C
Werkst. Mantel (Typ abc)Mantel
Berechnungsdruck mantelseitig (innen)PsMPa
DickeManteldickemm
AußendurchmesserMantelmm
Kennwert PrüfungPrüfungMPa
Kennwert BetriebBetriebMPa
Sich.faktor PrüfungPrüfung
Berechnungsergebnisse18 Größen
GrößeSymbolEinheit
Effektiver RohrbodendurchmesserDemm
Innendurchmesser Vorkammer korrodiert (Typ a)Dcmm
Vorkammerdicke ohne Zuschlägetcmm
Manteldicke ohne Zuschlägetsmm
Steifigkeitsverhältnis Kj/(Ks+Kj) (=1 ohne Balg)J
Innendurchmesser Mantel korrodiert (Typ abc)Dsmm
effektiver Bodenradius De/2(13.5.4-1) De/2mm
Steifigkeit Rohrbündel/Boden(13.5.4-12) X
Typ abc: Koeffizient für Manteldruck(13.5.4-13) ksN
Typ a: Koeffizient für Vorkammerdruck(13.5.4-15) kcN
Minimale Mantellänge konstanter Dicke(13.5.2-8) lsmmm
Min. Vorkammerlänge konstanter Dicke(13.5.2-12) lcmmm
Parameter = 1-Nt · (0.5 · daROHR/a0)2(13.5.4-5) xs
Parameter = 1-Nt · (0.5 · diROHR/a0)2(13.5.4-6) xt
axiale Steifigkeit Ks (Ks*) des Mantels(13.5.4-8) KsN/mm
axiale Federkonstante eines Rohres(13.5.4-7) KtN/mm
Steifigkeitsverhältnis Ks / (Nt · Kt)(13.5.4-9) Kst
elastischer Bettungsfaktor Rohrbündel(13.5.4-10) KwN/mm^3

Häufige Fragen

Wann rechnet man nach Abschnitt 13.10 und wann nach 13.11 der EN 13445-3?

Beide Abschnitte behandeln Rohrböden mit Flanschverbindung: Abschnitt 13.11 gilt für Böden mit angedrehtem Flanschansatz (Wand-Ansatzdicke g1 > 0), Abschnitt 13.10 für die vereinfachte Konfiguration ohne tragenden Ansatz (g1 = 0). Das Modul unterscheidet die Fälle über die eingegebene Wand-Ansatzdicke und verwendet die jeweils zugehörige Momentengleichung (13.11.5-2) bzw. (13.10.5-4) für die erforderliche Flanschdicke.

Welche Rolle spielt die Federsteifigkeit des Balges?

Bei Festkopf-Wärmetauschern sind beide Rohrböden starr mit Mantel und Bündel verbunden; unterschiedliche Wärmedehnungen erzeugen dann hohe Axialkräfte in Rohren und Mantel und entsprechende Belastungen des Rohrbodens. Ein Kompensator im Mantel wirkt als weiche Feder in Reihe: Je geringer seine axiale Steifigkeit, desto kleiner die Zwängungskräfte. Wird kein Balg eingebaut, ist rechnerisch eine praktisch unendliche Steifigkeit (z. B. 1E+38) anzusetzen, damit der Mantel voll trägt.

Warum werden unberohrte Flächen und Trennwandnuten gesondert erfasst?

Unberohrte Zonen – etwa unter Umlenksegmenten oder entlang von Durchgangstrennwänden – versteifen die Platte lokal, während die Trennwandnut auf der Vorkammerseite die tragende Dicke reduziert. Die Norm korrigiert deshalb den Verschwächungsbeiwert über die unberohrte Fläche (Bild 13.7.3-5) und zieht die effektive Nuttiefe von der Plattendicke ab. Wer diese Angaben weglässt, rechnet den Boden je nach Fall zu günstig oder unnötig konservativ.

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