Modul E17N: Inhalt in fachlicher Prüfung

Das Modul E17N ist eine Zusatzmaske zur vereinfachten Ermüdungsbewertung von Druckbehältern nach EN 13445-3, Kapitel 17.

Modul E17NRegelwerk ModulspezifischLesedauer 5 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul E17N ist eine Zusatzmaske zur vereinfachten Ermüdungsbewertung von Druckbehältern nach EN 13445-3, Kapitel 17. Es dient der Festlegung des Spannungsfaktors eines Bauteildetails – also des Faktors, mit dem die aus der Druckschwankung berechnete Nennspannungsschwingbreite auf die maßgebende örtliche Spannung am betrachteten Konstruktionsdetail hochgerechnet wird.

Zusätzlich wird abgefragt, ob die betrachtete Stumpfnaht glattgeschliffen ist. Diese Angabe beeinflusst die Einstufung des Details: Blecheben verschliffene Nähte ohne Kantenversatz erreichen eine günstigere Ermüdungsklasse als Nähte im Schweißzustand, weil Kerbwirkung und Nahtübergangsradius die Schwingfestigkeit dominieren. Der hier bestimmte Spannungsfaktor geht anschließend in die eigentliche Lastwechselberechnung nach Kapitel 17 ein (siehe Modul EN17), wo aus Druckschwankungsbreite, Korrekturfaktoren und Ermüdungskurve die zulässige Lastwechselzahl folgt.

So läuft die Berechnung ab

  1. Konstruktionsdetail identifizieren: Zunächst wird das ermüdungskritische Detail festgelegt – etwa eine Rundnaht, ein Stutzenanschluss oder ein Übergang zwischen Boden und Zylinder. Für jedes Detail gilt ein eigener Spannungsfaktor und eine eigene Ermüdungsklasse.
  2. Spannungsfaktor festlegen: Der Spannungsfaktor beschreibt das Verhältnis der örtlichen Spannung am Detail zur Nennspannung der ungestörten Schale. Er wird nach den Vorgaben des Kapitels 17 der EN 13445-3 dem betrachteten Detail zugeordnet und über die Info-Funktion des Moduls unterstützt.
  3. Nahtausführung bewerten: Die Angabe, ob die Stumpfnaht glattgeschliffen ist, entscheidet über die Einstufung der Schweißnahtklasse: Verschliffene Nähte ohne Versatz werden günstiger bewertet als Nähte im Schweißzustand.
  4. Übergabe an die Ermüdungsberechnung: Der festgelegte Spannungsfaktor wird in der vereinfachten Ermüdungsbewertung mit der Druckschwankungsbreite multipliziert und liefert die pseudo-elastische Spannungsschwingbreite, aus der die zulässige Lastwechselzahl bestimmt wird.
Eingabegrößen24 / 78 Größen
GrößeSymbolEinheit
WerkstoffWerk
FestigkeitskennwertKN/mm²
SicherheitsbeiwertS-
Nennwanddicke (Bestellwanddicke)enmm
Ermüdungsklasse aus Tabelle 17-4C
Theoretischer KerbfaktorKt-
Übergangsradiusrmm
Minimale Temperatur während eines Zyklus'tmin°C
Maximale Temperatur während eines Zyklus'tmax°C
Vorschlagswert für theoretischen Kerbfaktor26
BerechnungsnennspannungfN/mm²
Spannungsfaktorη-
Maximal zulässiger Druck des Behälters oder BauteilsPallMPa(p)
Dicke der dünneren Wand 0, wenn nicht vorhanden oder gleiche Wanddickee2mm
Gewünschte LastzyklenanzahlN-
Stumpfnaht glattgeschliffen?glattgeschliffen?
Überprüfung der zulässigen Volllastzyklen nach Formel 17.5-2?UEP
Spannungsschwingbreite nach Anhang B oder C der EN 13445-3 berechnet?UEC
Spannungsschwingbreite nach Anhang B oder C der EN 13445-3ΔσVGN/mm²
Achtung! Diese Kombination ist nicht zulässig.Pruef1
Art der Verbindung aus Tabelle 17-4Nr_17_4
Detailbeschreibung aus Tabelle 17-1WTAB17_1
Detailbeschreibung aus Tabelle 17-1ATAB17_1
Überprüfung der Abhängigkeiten von Tabelle 17-1 / Tabelle 17-4CheckZuordnung
Berechnungsergebnisse23 Größen
GrößeSymbolEinheit
Korrekturfaktor zur Berücksichtigung der Wanddickece-
Korrekturfaktor zur Berücksichtigung der Temperaturct-
Effektiver KerbfaktorKf-
Zulässige LastzyklenanzahlNall-
Angenommene mittlere Temperatur während eines Zyklus't*°C
Vorhandene DruckschwankungsbreiteΔPMPa(p)
Fiktive SpannungsschwingbreiteΔσ*N/mm²
Zulässige pseudoelastische SpannungsschwingbreiteΔσRN/mm²
Dauerwechselfestigkeit bei konstanter SpannungsschwingbreiteΔσDN/mm²
Zulässige LastzyklenanzahlNall-
Zulässige pseudoelastische SpannungsschwingbreiteΔσRN/mm²
Fiktive SpannungsschwingbreiteΔσ*N/mm²
Unterer Grenzwert der SpannungsschwingbreiteΔσcutN/mm²
Zulässige DruckschwankungsbreiteΔPallMPa(p)
Bezugswanddickeebmm
Pseudoelastische SpannungsschwingbreiteΔσN/mm²
Korrekturfaktor ke (18.8-1)ke
Korrigierte pseudoelastische SpannungsschwingbreiteΔσcorrN/mm²
Zulässige Zahl voller Druckzyklen bei Einhaltung der Bedingungen nach 17.5.4.2Neq
Zulässige Anzahl von Lastwechseln bei vorgegebener Druckdifferenz und Einhaltung der Bedingungen nach 17.5.4.2Nall
Grad der ErschöpfungLastgruppe--
BedingungV115
Zulässige LastzyklenanzahlNall

Berechnungsoptionen

Stumpfnaht glattgeschliffen?

Ja · Nein

Überprüfung der zulässigen Volllastzyklen nach Formel 17.5-2?

Nein · Ja

Spannungsschwingbreite nach Anhang B oder C der EN 13445-3 berechnet?

Nein · Ja

Detailbeschreibung aus Tabelle 17-1

1 · 2 · 3 · 4 · 5 · 6 · 7 · 8 · 9 · 10 · 11 · 12

Detailbeschreibung aus Tabelle 17-1

16 · 20 · 35 · 40 · manuelle Eingabe

Verlauf der Amplitude der Druckschwankung

konstant · veränderlich (Teil eines Lastkollektivs)

Krempe vorhanden?

Nein · Ja

Gefüge

Ferrit · Austenit · Nickel

Häufige Fragen

Was ist der Spannungsfaktor in der vereinfachten Ermüdungsbewertung?

Die vereinfachte Methode nach Kapitel 17 der EN 13445-3 rechnet nicht mit örtlich aufgelösten Spannungen aus einer Detailanalyse, sondern skaliert die Nennspannung der Schale mit einem detailabhängigen Spannungsfaktor. Er deckt die Spannungserhöhung durch die Geometrie des Details (Stutzen, Nahtübergang, Bodenkrempe) pauschal ab. Je größer der Faktor, desto höher die anzusetzende Spannungsschwingbreite und desto geringer die zulässige Lastwechselzahl.

Warum verbessert das Verschleifen der Stumpfnaht die Ermüdungsfestigkeit?

Bei geschweißten Bauteilen geht der Ermüdungsriss fast immer vom Nahtübergang aus, wo Kerbwirkung, Einbrandkerben und Zugeigenspannungen zusammentreffen. Wird die Naht blecheben verschliffen und sind Kantenversatz und Winkelverzug klein, entfällt die geometrische Kerbe weitgehend – das Detail darf dann einer höheren Ermüdungsklasse zugeordnet werden. Voraussetzung ist, dass das Verschleifen vollflächig erfolgt und durch Prüfung (z. B. Oberflächenrissprüfung) abgesichert ist.

Wann reicht die vereinfachte Bewertung nach Kapitel 17 nicht mehr aus?

Die vereinfachte Methode gilt für überwiegend druckinduzierte Lastspiele und arbeitet bewusst konservativ. Bei erheblichen thermischen Spannungszyklen, überlagerten äußeren Wechsellasten oder wenn der vereinfachte Nachweis die geforderte Lastwechselzahl nicht bestätigt, ist die detaillierte Ermüdungsanalyse nach Kapitel 18 der EN 13445-3 mit örtlichen Struktur- oder Kerbspannungen erforderlich.

Verwandte Berechnungen