Festkopf-Wärmetauscherböden berechnen – Modul E135

Das Modul EN13.05 berechnet Festkopf-Wärmetauscherböden (fixed tubesheets) nach DIN EN 13445-3, Abschnitt 13.5.

Modul E135Regelwerk DIN EN 13445-3/13.5Lesedauer 7 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul EN13.05 berechnet Festkopf-Wärmetauscherböden (fixed tubesheets) nach DIN EN 13445-3, Abschnitt 13.5. Beim Festkopfapparat sind beide Rohrböden fest mit dem Mantel verschweißt; Rohre und Mantel bilden ein statisch unbestimmtes System, in dem sich Druck- und Temperaturlasten gegenseitig beeinflussen. Die Rohrbodenberechnung ist deshalb untrennbar mit dem Nachweis der axialen Rohr- und Mantelbeanspruchung verbunden.

Einen Festkopf-Rohrboden nach EN 13445-3 berechnen heißt, den Rohrboden als auf dem elastischen Rohrfeld gebettete, gelochte Platte zu behandeln und für alle maßgebenden Lastfälle nachzuweisen: schalenseitiger und rohrseitiger Druck einzeln und gemeinsam, jeweils mit und ohne thermische Dehnungsdifferenz zwischen Rohren und Mantel — die Norm definiert dafür die typischen sieben Lastfälle, ergänzt um Anfahr-/Abfahrzustände und außergewöhnliche Betriebszustände. Ein Kompensator im Mantel reduziert die Zwängungskräfte und geht mit seiner Federrate in die Berechnung ein.

Das Modul liefert die Nachweise für Rohrboden, Rohre (einschließlich Knicken der druckbeanspruchten Rohre), Mantel und die Rohr-zu-Rohrboden-Verbindung und wird für Auslegung und Nachrechnung von Festkopf-Wärmetauschern in Prozess- und Energieanlagen eingesetzt.

Regelwerk und Berechnungsbasis: DIN EN 13445-3/13.5: 2021-12

So läuft die Berechnung ab

  1. Konfiguration und Geometrie festlegen: Anschlusskonfiguration des Rohrbodens (integral, gedichtet, mit Flansch), Rohrfeldgeometrie, Rohrabmessungen sowie Mantel- und Kanaldaten werden erfasst; ein vorhandener Kompensator wird mit seiner Steifigkeit berücksichtigt.
  2. Lastfälle aufstellen: Schalenseitiger und rohrseitiger Berechnungsdruck, die Prüfdrücke sowie die thermische Dehnungsdifferenz zwischen Rohren und Mantel werden zu den maßgebenden Lastfällen kombiniert — einschließlich Anfahr- und Abfahrzustand sowie außergewöhnlicher Betriebszustände.
  3. Systemsteifigkeiten berechnen: Aus der axialen Steifigkeit des Rohrfeldes, der Mantel- und ggf. Kompensatorsteifigkeit sowie der Biegesteifigkeit des gelochten Rohrbodens werden die Kopplungsgrößen des statisch unbestimmten Systems gebildet.
  4. Beanspruchungen je Lastfall ermitteln: Für jeden Lastfall werden die Biegespannungen im Rohrboden, die Axialspannungen in Rohren und Mantel sowie die Kräfte auf die Rohr-zu-Rohrboden-Verbindung berechnet; bei druckbeanspruchten Rohren wird zusätzlich die Knicksicherheit nachgewiesen.
  5. Nachweise zusammenführen: Alle Bauteilnachweise müssen in jedem Lastfall erfüllt sein; das Modul weist die Auslastungen aus und zeigt, welcher Lastfall für Rohrbodendicke, Rohre oder Mantel maßgebend ist.
Eingabegrößen24 / 206 Größen
GrößeSymbolEinheit
Konfiguration des RohrbodensRohrboden
Berechnung nach 13.5.9 (Verstärkte Schale)Schale)
Berechnungsdruck (schalenseitig)Ps,OpMPa(p)
Berechnungsdruck (rohrseitig)Pt,OpMPa(p)
Prüfdruck (schalenseitig)Ps,TestMPa(p)
Prüfdruck (rohrseitig)Pt,TestMPa(p)
Lastfall 1Ps = 0, Pt, γ=0 OC1
Lastfall 2Ps, Pt = 0, γ=0 OC2
Lastfall 3Ps, Pt, γ=0 OC3
Lastfall 4Ps = 0, Pt = 0, γ OC4
Lastfall 5Ps = 0, Pt, γ OC5
Lastfall 6Ps, Pt = 0, γ OC6
Lastfall 7Ps, Pt, γ OC7
Lastfall 1Ps = 0, Pt, γ=0 TC1
Lastfall 2Ps, Pt = 0, γ=0 TC2
Lastfall 3Ps, Pt, γ=0 TC3
Anfahr- und AbfahrzustandSSC
Außergewöhnlicher BetriebszustandEXC
WerkstoffBoden
Werkstoff RohreRohre
Werkstoff SchaleSchale
Werkstoff VorkammerVorkammer
Werkstoff Schale am RohrbodenRohrboden
BerechnungstemperaturT°C
Berechnungsergebnisse24 / 152 Größen
GrößeSymbolEinheit
Mindestlänge l1 eingehalten?Check_l1
Mindestlänge l'1 eingehalten?Check_l'1
Liegt μ* im gültigen Bereich?Check_\u03bc*
Rohrboden Biegespannung OC1OC1
Rohrboden Biegespannung OC2OC2
Rohrboden Biegespannung OC3OC3
Rohrboden Biegespannung OC4OC4
Rohrboden Biegespannung OC5OC5
Rohrboden Biegespannung OC6OC6
Rohrboden Biegespannung OC7OC7
Rohrboden Biegespannung TC1TC1
Rohrboden Biegespannung TC2TC2
Rohrboden Biegespannung TC3TC3
Rohrboden Biegespannung SSCSSC
Rohrboden Biegespannung EXCEXC
Rohrboden Schubspannung OC1OC1
Rohrboden Schubspannung OC2OC2
Rohrboden Schubspannung OC3OC3
Rohrboden Schubspannung OC4OC4
Rohrboden Schubspannung OC5OC5
Rohrboden Schubspannung OC6OC6
Rohrboden Schubspannung OC7OC7
Rohrboden Schubspannung TC1TC1
Rohrboden Schubspannung TC2TC2

Berechnungsoptionen

Konfiguration des Rohrbodens

a - Rohrboden mit Schale und Vorkammer verschweißt · b - Rohrboden als Flansch, Schale verschweißt, Vorkammer abgedichtet, schmale Dichtung · b' - Rohrboden als Flansch, Schale verschweißt, Vorkammer abgedichtet, durchgehende Dichtung · c - Rohrboden nicht als Flansch, Schale verschweißt, Vorkammer abgedichtet · d - Rohrboden nicht als Flansch, Schale und Vorkammer abgedichtet, schmale Dichtung · d' - Rohrboden nicht als Flansch, Schale und Vorkammer abgedichtet, durchgehende Dichtung

Berechnung nach 13.5.9 (Verstärkte Schale)

Nein · Ja

Rohranordnung

dreieckig · rechteckig

Verbindung Rohr - Rohrboden

eingeschweißt · eingewalzt glatt ohne Rille nach Bild 13.7.3-3 · eingewalzt mit 1 Rille · eingewalzt mit 2 Rillen · eingeschweißt nach Bild 13.12.3-1 · angeschweißt nach Bild 13.12.4-1 bis 13.12.7-1

Bestimmung der Knicklänge der Rohre

berechnen · eingeben

Art der Rohrunterstützung durch Leitbleche

1 Leitblech, nicht alle Rohre gestützt oder kein Leitblech · 1 oder mehrere Leitbleche und pro Leitblech alle Rohre gestützt · mehrere Leitbleche und pro Leitblech nicht alle Rohre gestützt

Kompensator in Schale vorhanden?

Nein · Ja

Bestimmung der Schraubenkraft

berechnen · eingeben

Häufige Fragen

Warum sind beim Festkopfapparat die Temperaturlastfälle oft maßgebend?

Weil Rohre und Mantel fest gekoppelt sind, erzeugt jede Temperaturdifferenz zwischen beiden eine Zwängung: Dehnen sich die Rohre stärker als der Mantel, werden sie auf Druck beansprucht (Knickgefahr) und der Rohrboden auf Biegung. Diese Zwängungskräfte können die reinen Drucklasten deutlich übersteigen — deshalb verlangt die Norm die Lastfälle mit und ohne thermische Dehnungsdifferenz.

Wann ist ein Kompensator im Mantel erforderlich?

Wenn die Zwängungskräfte aus der Dehnungsdifferenz ohne Kompensator zu unzulässigen Spannungen in Rohren, Mantel oder Rohrboden führen — typischerweise bei großen Temperaturdifferenzen zwischen Rohr- und Mantelseite oder Werkstoffen mit unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten. Der Kompensator senkt die axiale Systemsteifigkeit des Mantels und damit die Zwängungskräfte; seine Federrate geht direkt in die Berechnung nach 13.5 ein.

Was unterscheidet die sieben Lastfälle der Norm?

Sie kombinieren systematisch: nur rohrseitiger Druck, nur schalenseitiger Druck, beide Drücke gemeinsam — jeweils ohne und mit thermischer Dehnungsdifferenz — sowie den reinen Temperaturlastfall. Da das Vorzeichen der Rohraxialkraft je nach Kombination wechselt, kann jeder dieser Fälle für ein anderes Bauteil (Rohrboden, Rohrknicken, Rohr-Rohrboden-Verbindung) maßgebend werden; keiner darf entfallen.

Warum muss das Knicken der Rohre nachgewiesen werden?

In Lastfällen mit druckbeanspruchten Rohren wirken die Rohre als schlanke Druckstäbe, die zwischen den Umlenkblechen knicken können. Die zulässige Druckspannung wird deshalb über die Knicklänge zwischen den Stützstellen begrenzt. Ein zu großer Umlenkblechabstand reduziert die zulässige Rohrdruckkraft und kann die gesamte Auslegung bestimmen.

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