Ringsteifen berechnen – Modul EC3S

Das Modul EC3Stiff weist ringversteifte Zylinderschalen nach DIN EN 1993-1-6 (Eurocode 3) nach und erweitert damit die Zylinderberechnung des Moduls EC3Cyl.

Modul EC3SRegelwerk DIN EN 1993-1-6 (Eurocode 3)Lesedauer 6 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul EC3Stiff weist ringversteifte Zylinderschalen nach DIN EN 1993-1-6 (Eurocode 3) nach und erweitert damit die Zylinderberechnung des Moduls EC3Cyl. Ringsteifen aus Flachstahl unterteilen die Schale in kürzere Beulfelder und erhöhen so den Beulwiderstand gegen Außendruck und Wind erheblich – eine wirtschaftliche Alternative zur durchgehenden Wanddickenerhöhung bei Silos, Tanks und Kaminen. Unterstützt werden innen- und außenliegende Steifen in drei Funktionstypen: leichte Ringsteife, schwere Zwischenringsteife und schwere Endringsteife.

Der Nachweis umfasst mehr als nur die Steifigkeit: Die Ringsteife selbst kann durch Biegeknicken bzw. Kippen um ihre Anschlusslinie versagen. Deshalb prüft das Modul unter anderem die vorhandene Vorverdrehung der Ringsteife gegen den zulässigen Vorverdrehungsparameter und führt den Nachweis mit eigenem Teilsicherheitsbeiwert gegen Biegeknicken. Werkstoffkennwerte wie Streckgrenze, E-Modul, Schubmodul und Querkontraktionszahl können für Schale und Ringsteife getrennt angesetzt werden.

Damit lassen sich ringversteifte Zylinderschalen berechnen, wie sie im Silobau nach DIN EN 1993-4-1 und im Tankbau Stand der Technik sind – einschließlich der Fallunterscheidungen für die verschiedenen Steifentypen und Einbaulagen.

Regelwerk und Berechnungsbasis: DIN EN 1993-1-6: 2017-07 (Eurocode 3)

So läuft die Berechnung ab

  1. Steifentyp und Einbaulage wählen: Zunächst wird die Funktion der Ringsteife festgelegt: leichte Ringsteife, schwere Zwischenringsteife oder schwere Endringsteife, jeweils innen- oder außenliegend. Die Fallunterscheidung steuert, welche Anforderungen an Steifigkeit und Tragfähigkeit gelten.
  2. Werkstoffe und Kennwerte getrennt erfassen: Für Zylinderschale und Ringsteife werden Werkstoff, Streckgrenze, E-Modul sowie für die Steife zusätzlich Schubmodul und Querkontraktionszahl angesetzt; daraus folgt der Bemessungswert der Streckgrenze mit den zugehörigen Teilsicherheitsbeiwerten.
  3. Beulfelder und mitwirkende Schalenbreite bestimmen: Die Ringsteifen unterteilen den Zylinder in Beulfelder, deren Länge in die Beulnachweise der Schale nach EN 1993-1-6 eingeht. Für die Steifenquerschnitte wird die mitwirkende Breite der angrenzenden Schale berücksichtigt, sodass ein wirksamer Ringquerschnitt entsteht.
  4. Tragfähigkeit der Ringsteife nachweisen: Die Steife wird für die aus Außendruck, Wind und gegebenenfalls Schüttgutlasten resultierende Umfangsdruckkraft nachgewiesen: Querschnittstragfähigkeit sowie Stabilität gegen Biegeknicken in der Ringebene und Kippen aus der Ebene, mit dem Teilsicherheitsbeiwert gegen Biegeknicken der Ringsteife.
  5. Vorverdrehung prüfen: Die vorhandene Vorverdrehung der Ringsteife (Imperfektion aus der Fertigung) wird dem zulässigen Vorverdrehungsparameter gegenübergestellt. Nur wenn die Toleranz eingehalten ist, gelten die angesetzten Widerstände; der Nachweis wird im Modul explizit ausgewiesen.
Eingabegrößen24 / 135 Größen
GrößeSymbolEinheit
Funktionstyp der RingsteifeRst
Außendurchmesser der Schaledacm
Wanddicke Zylindertcmm
Länge ringversteifter Zylinderlcmm
Abstand der leichten Ringsteifenlrmm
Anteilige Zylinderlänge bei schweren Zwischenringsteifenlhbmm
Anzahl der leichten Ringsteifennr
Querschnittsform der Ringsteifencsr
Gleichungen anzeigenanzeigen
Einbausituation FlachsteifePlsit
Herstellungsmethode der RingsteifenHrst
Breite Ringträgerflanschbfmm
Dicke Ringträgerflanschtfmm
Breite Ringträgerstegbwmm
Dicke Ringträgerstegtwmm
Breite Flachstahl-Ringsteifenquerschnittbrmm
Dicke Flachstahl-Ringsteifenquerschnitttrmm
Querschittsfläche RingsteifenquerschnittArmm²
Flächenträgheitsmoment y RingsteifeJryprmm^4
Flächenträgheitsmoment z RingsteifeJrzprmm^4
Torsionsflächenmoment 2. Grades RingsteifeJrtmm^4
Schwerpunktabstand RingsteifenquerschnittZ0mm
Fallunterscheidung17.2
Vorhandene Unrundheit Ringsteifenamm
Berechnungsergebnisse24 / 108 Größen
GrößeSymbolEinheit
Radius der Schalenmittercmm
Verhältnis Radius Wanddicke Zylinderr/t
Anteilige Zylinderlänge zu den Ringsteifenlr/hmm
Bedingungnrx
Abminderungsfaktor Zwischenringbeulen Umfangsbeanspruchung, EC3 zylindrische WandΧθloc
Breite anliegender Flansch Ringsteifeb0mm
Querschittsfläche RingsteifenquerschnittArstmm²
Flächenträgheitsmoment y RingsteifeJrymm^4
Flächenträgheitsmoment z RingsteifeJrzmm^4
Radius Mitte Ringsteifer0rrmm
Parameterη1
mitwirkende Breite Zylinderwand NormalkraftbeNmm
korrigierte Breite I, T, L Profilbmm
Ringsteifenbreitebgesmm
Schwerpunktabstand RingsteifenquerschnittZ0rstmm
Effektive Querschnittsfläche RingsteifenquerschnittArehemm²
Schwerpunktabstand Ringsteife effektivZ0remm
Schwerpunktabstand Ringsteife - Ringsteife effektive0mm
Schwerpunktabstand Ringsteife effektiv - Ringsteife RandfasereRmm
Schwerpunktabstand Ringsteife effektiv - Zylinder MittelflächeeUmm
Hilfswertωr
Bedingung17.1
Bedingung17.1
Parameter m=2C12

Berechnungsoptionen

Funktionstyp der Ringsteife

leichte Ringsteife · schwere Zwischenringsteife · schwere Endringsteife

Querschnittsform der Ringsteifen

Flachstahl · L-Profil · T-Profil · H-Profil

Einbausituation Flachsteife

außenliegende Flachsteife · innenliegende Flachsteife

Herstellungsmethode der Ringsteifen

kaltverformt · warmverformt geschweißt

Fallunterscheidung

exzellent · hoch · normal

Fallunterscheidung

exzellent · hoch · normal

≈ gleiche Streckgrenze Zylinder - Ringsteife

etwa gleiche Streckgrenze · keine gleiche Streckgrenze

Herstellungsmethode H-Profil EN 1993-1-1 Tabelle 6.4

gewalztes Profil · geschweißtes Profil

Häufige Fragen

Was unterscheidet leichte und schwere Ringsteifen?

Leichte Ringsteifen wirken vor allem als Beulfeldbegrenzung: Sie müssen steif genug sein, um als Knotenlinie des Beulmusters zu wirken, tragen aber selbst nur geringe Lasten. Schwere Zwischen- und Endringsteifen übernehmen zusätzlich planmäßig Umfangskräfte, etwa aus Winddruckumlagerung oder als Randversteifung am Schalenende, und müssen dafür Querschnitts- und Stabilitätsnachweise erfüllen. Die Anforderungen an Trägheitsmoment und Fläche sind entsprechend höher.

Warum ist die Vorverdrehung der Ringsteife nachzuweisen?

Eine Flachstahlsteife, die nicht exakt senkrecht zur Schale steht, trägt exzentrisch und neigt unter Umfangsdruck deutlich früher zum Kippen bzw. Biegedrillknicken. Die im Nachweis angesetzten Widerstände gelten nur, wenn die tatsächliche Vorverdrehung innerhalb des zulässigen Vorverdrehungsparameters liegt. Der Wert ist eine Fertigungstoleranz, die auf der Baustelle bzw. in der Werkstatt kontrolliert werden muss.

Innen- oder außenliegende Ringsteifen – was ist zu beachten?

Statisch sind beide Anordnungen möglich; die Einbaulage beeinflusst die Exzentrizität des wirksamen Ringquerschnitts zur Schalenmittelfläche und damit die Spannungsverteilung. Praktisch sprechen bei Silos Produktfluss und Abrieb meist für außenliegende Steifen, während innenliegende Steifen die Außenkontur (Isolierung, Optik) freihalten. Korrosionsschutz und Zugänglichkeit für Inspektion sind weitere Auswahlkriterien.

Ersetzt die Ringversteifung den Beulnachweis der Schale?

Nein. Die Steifen verkürzen die Beulfeldlänge und erhöhen damit den kritischen Außendruck der Schalenfelder, der Beulnachweis der Zylinderschale nach EN 1993-1-6 (Modul EC3Cyl) bleibt aber für jedes Feld zwischen den Steifen zu führen. Erst das Zusammenspiel aus Feldnachweis und Steifennachweis ergibt den vollständigen Stabilitätsnachweis der ringversteiften Schale.

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