Stehende Behälter mit Ringlagerung berechnen – Modul 1613

Das Modul berechnet die Ringlagerung stehender Behälter nach DIN EN 13445-3 Abschnitt 16.13.

Modul 1613Regelwerk DIN EN 13445-3/16.13Lesedauer 5 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul berechnet die Ringlagerung stehender Behälter nach DIN EN 13445-3 Abschnitt 16.13. Behandelt werden Tragringe, die fest mit der Zylinderschale verbunden sind, sowie Ringträger; der Ring stützt sich entweder auf mehrere gleichmäßig über den Umfang verteilte Einzelstützen oder auf eine durchlaufende Auflagerung über den gesamten Umfang. Diese Lagerungsart ist im Apparatebau verbreitet, wenn vertikale Behälter in Stahlbaubühnen, Gerüsten oder auf Konsolen eingehängt werden.

Nachzuweisen ist zum einen der Ring selbst – er wird durch die zwischen den Stützpunkten wirkenden Kräfte auf Biegung und Torsion beansprucht –, zum anderen die örtliche Krafteinleitung in die Behälterschale. Maßgebende Belastungen sind das Gewicht des Behälters mit Inhalt und das globale Biegemoment im Behälter auf Höhe des Rings, das aus äußeren Lasten wie Wind, Erdbeben oder Rohrleitungskräften resultiert.

Wer eine Ringlagerung nach DIN EN 13445-3 berechnen will, erhält mit dem Modul den normkonformen Nachweis für Tragring und Schalenanschluss als Teil der harmonisierten europäischen Druckbehälterberechnung – konsistent mit den übrigen Nachweisen des Behälters nach EN 13445-3, etwa für Wanddicken, Stutzen und andere Lagerungsarten.

Regelwerk und Berechnungsbasis: DIN EN 13445-3/16.13: 2018-12

So läuft die Berechnung ab

  1. Geometrie von Ring und Schale erfassen: Eingegeben werden die Abmessungen des Tragrings bzw. Ringträgers (rechteckiges Profil mit Breite und Höhe), seine Lage an der Zylinderschale sowie Durchmesser und Wanddicke des Behälters im Anschlussbereich.
  2. Lagerungsart festlegen: Es wird definiert, ob der Ring auf einer durchlaufenden Auflagerung oder auf mehreren gleichmäßig verteilten Einzelstützen ruht; im zweiten Fall bestimmen Anzahl und Anordnung der Stützen die Biege- und Torsionsbeanspruchung des Rings zwischen den Auflagerpunkten.
  3. Belastungen ansetzen: Maßgebend sind das Gewicht des Behälters einschließlich Inhalt sowie das globale Biegemoment im Behälter auf Ringhöhe aus äußeren Lasten (Wind, Erdbeben, angeschlossene Rohrleitungen); daraus ergeben sich die auf den Ring wirkenden Vertikalkräfte je Stütze.
  4. Ringquerschnitt nachweisen: Für den Ring werden die Schnittgrößen zwischen und über den Stützen ermittelt und die Spannungen im Profil den zulässigen Werten des Ringwerkstoffs bei Auslegungstemperatur gegenübergestellt.
  5. Krafteinleitung in die Schale prüfen: Abschließend wird die örtliche Beanspruchung der Behälterwand am Ringanschluss nachgewiesen; bei Überschreitung sind ein größeres Ringprofil, mehr Stützen oder eine größere Schalenwanddicke erforderlich.
Eingabegrößen24 / 34 Größen
GrößeSymbolEinheit
Ringbreitebmm
Innendurchmesser des Behältersd1mm
Außendurchmesser des Behältersd2mm
Innendurchmesser des Ringsd3mm
Außendurchmesser des Ringsd4mm
Durchmesser zur Streckenlastd6mm
Durchmesser zur Stützenkraftd7mm
Behälterwanddickee1mm
Dicke des Ringse3mm
Dicke des Rings (innerer Steg)e4mm
Dicke des Rings (äußerer Steg)e5mm
Zulässige Spannung des RingwerkstoffsfTN/mm²
Höhe des Rings (siehe Bild 16.13-2)hmm
Anzahl lokaler Stützen des Ringsns
Gewicht des Behälters mit InhaltGN
Biegemoment im Behälter aufgrund äußerer Lasten auf RinghöheMN·mm
SicherheitsbeiwertS-
SicherheitsbeiwertStest-
FestigkeitskennwertKN/mm²
FestigkeitskennwertKtestN/mm²
BerechnungsdruckPMPa(p)
TemperaturT°C
LastfallLastfall
Lagerung gleichmäßig verteiltverteilt
Berechnungsergebnisse19 Größen
GrößeSymbolEinheit
16.13.4 Anwendungsbedingung g)beta16.13.4 g)β
16.13.4 Anwendungsbedingung g)delta16.13.4 g)δ
16.13.4 Anwendungsbedingung c)h16.13.4 c)b
16.13.4 Anwendungsbedingung c)b16.13.4 c)h
Stützen gleichmäßig verteilt16.13.4 e)
16.13.5.1 Festigkeit des Rings an Einzelstütze16.13.5.1
16.13.5.1 Festigkeit des Rings16.13.5.1
Äquivalente Stützenkraft Gl. (16.13-1)FN
Äquivalente Gesamtkraft Gl. (16.13-2)FN
Zulässiges Torsionsmoment Gl. (16.13-4)Mt,maxN·mm
Zulässiges Biegemoment Gl. (16.13-5)Mb,maxN·mm
Zulässige Querkraft Gl. (16.13-6)QmaxN
BeiwertZ0-
BeiwertZ1-
Zulässige Stützenkraft Gl. (16.13-7)FS,maxN
Zulässige Gesamtkraft Gl. (16.13-8)FS,maxN
Zulässiges Einheitsbiegemoment (siehe Tabelle 16.13-1)mb-
Zulässiges Einheitstorsionsmoment (siehe Tabelle 16.13-1)mt-
Zulässige Einheitsquerkraft (siehe Tabelle 16.13-2)qt-

Berechnungsoptionen

Lagerung gleichmäßig verteilt

Nein · Ja

Konstruktionsform

Konstruktionsform I · Konstruktionsform II

Profil-Auswahl

Rechteck-Vollprofil · Rechteck-Hohlprofil Typ I · Rechteck-Hohlprofil Typ II · U-Profil Typ I · U-Profil Typ II · L-Profil

Lage des Profils

Außenliegend · Innenliegend

Häufige Fragen

Wann wählt man eine Ringlagerung statt einer Standzarge oder Tragpratzen?

Die Ringlagerung bietet sich an, wenn der Behälter in eine Bühne oder ein Traggerüst eingehängt wird und die Last an mehreren Punkten des Umfangs abgetragen werden soll. Gegenüber einzelnen Tragpratzen verteilt der Ring die Krafteinleitung gleichmäßig über den Umfang und reduziert lokale Spannungsspitzen in der Schale; gegenüber der Standzarge spart er Bauhöhe unter dem Behälterboden.

Warum spielt die Anzahl der Stützen eine so große Rolle?

Zwischen den Stützpunkten wirkt der Ring als gekrümmter Träger unter Biegung und Torsion; die Schnittgrößen wachsen mit dem Stützenabstand deutlich an. Mehr gleichmäßig verteilte Stützen verringern die Ringbeanspruchung erheblich, erhöhen aber den baulichen Aufwand. Ungleichmäßige Stützenanordnungen sind mit dem Standardverfahren nicht abgedeckt.

Wie geht das globale Biegemoment aus Wind oder Erdbeben in den Nachweis ein?

Das Moment auf Ringhöhe erzeugt eine ungleichmäßige Vertikalkraftverteilung über den Umfang: Auf der Leeseite erhöht es die Stützkräfte, auf der Luvseite entlastet es sie bis hin zu Abhebekräften. Der Nachweis muss die ungünstigste Stützkraft aus der Überlagerung von Gewicht und Moment abdecken, gegebenenfalls auch die Verankerung gegen Abheben.

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