Vorschweißflansche berechnen – Modul VFLN

Das Modul wählt Vorschweißflansche nach DIN 28034 aus – der Flanschnorm für den Apparatebau, die Vorschweißflansche für Rührbehälter und andere verfahrenstechnische Apparate festlegt.

Modul VFLNRegelwerk DIN 28034Lesedauer 4 minDE / EN

Aufgabenstellung und Berechnungsziel

Das Modul wählt Vorschweißflansche nach DIN 28034 aus – der Flanschnorm für den Apparatebau, die Vorschweißflansche für Rührbehälter und andere verfahrenstechnische Apparate festlegt. Ausgehend von Nennweite, Betriebsdruck und Betriebstemperatur ermittelt das Programm den passenden Flansch, prüft die zulässige Betriebstemperatur und den zulässigen Betriebsüberdruck nach den Tabellen der Norm und gibt zusätzlich das Flanschgewicht für Gewichts- und Transportbetrachtungen aus.

Vorschweißflansche nach DIN 28034 kommen typischerweise an Behälterstutzen, Mannlöchern und Apparateanschlüssen zum Einsatz, wo definierte Dichtflächenformen wie Nut und Feder oder Vor- und Rücksprung gefordert sind. Die Norm ordnet jeder Nennweiten-Druckstufen-Kombination eine Druck-Temperatur-Zuordnung zu, sodass der Konstrukteur ohne eigene Festigkeitsrechnung prüfen kann, ob der Flansch für die Betriebsbedingungen geeignet ist.

Wer einen Behälterflansch nach DIN 28034 berechnen bzw. auswählen will, spart mit dem Tabellenmodul das manuelle Blättern in der Norm: Betriebsdaten eingeben, zulässige Grenzwerte vergleichen, Abmessungen und Gewicht übernehmen – etwa direkt in die Stutzenliste oder das Apparategewicht.

Regelwerk und Berechnungsbasis: DIN 28034: 2005-06

So läuft die Berechnung ab

  1. Betriebsbedingungen erfassen: Eingegeben werden Betriebsdruck und Betriebstemperatur des Anschlusses sowie die gewünschte Nennweite. Die Auswahltemperatur bestimmt, welche Zeile der Druck-Temperatur-Zuordnung maßgebend ist.
  2. Flansch aus der Norm auswählen: Das Modul ordnet der Nennweite den Vorschweißflansch nach DIN 28034 zu und liest die zugehörigen Tabellenwerte aus, einschließlich der Dichtflächenform (z. B. Nut/Feder oder Vor-/Rücksprung).
  3. Zulässige Grenzwerte prüfen: Der eingegebene Betriebsdruck wird mit dem zulässigen Betriebsüberdruck bei der Auswahltemperatur verglichen, die Betriebstemperatur mit der nach DIN zulässigen Betriebstemperatur. Nur wenn beide Bedingungen erfüllt sind, ist der Flansch für den Anwendungsfall geeignet.
  4. Ergebnisse übernehmen: Als Ergebnis stehen die Flanschabmessungen und das Flanschgewicht zur Verfügung, etwa für Stücklisten, Gewichtsermittlung des Apparates und die Auslegung der Schraubenverbindung.
Eingabegrößen24 Größen
GrößeSymbolEinheit
Nennweite AuswahltemperaturD TAmm
nach DIN Zulässige BetriebstemperaturDN T°C
Zulässiger Betriebsüberdruckpbar
RohranschlussmaßB1mm
Außendurchmesser FlanschblatthöheD C1mm
Lochkreisdurchmesser HöheK H2mm
Außendurchmesser FlanschblatthöheD C1mm
Lochkreisdurchmesser HöheK H2mm
Flanschansatzhöhe ZargenwanddickeH3 Smm
Radius Ansatzaufweitungr fmm
Flanschansatzhöhe ZargenwanddickeH3 Smm
Radius Ansatzaufweitungr fmm
Durchmesser außen Durchmesser außenx ymm
Durchmesser innen Durchmesser innenw zmm
Durchmesser außen Durchmesser außenx ymm
Durchmesser innen Durchmesser innenw zmm
Lochdurchmesser AnzahlL (M ) n -mm
Lochdurchmesser AnzahlL (M ) n -
Lochdurchmesser AnzahlL (M ) n -
Flanschgewichtmkg
BetriebstemperaturTB°C
BetriebsdruckpBbar
nach DIN Zulässige BetriebstemperaturDN Tmm
Nennweite AuswahltemperaturD TA°C

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich DIN 28034 von DIN EN 1092-1?

DIN EN 1092-1 ist die allgemeine Rohrleitungsflanschnorm, DIN 28034 ist speziell auf den Apparatebau zugeschnitten und legt Vorschweißflansche mit den dort üblichen Dichtflächenformen und Druck-Temperatur-Zuordnungen fest. Anschlussmaße sind vielfach kompatibel, die Auswahl im Apparatebau erfolgt aber sinnvollerweise nach der Apparatenorm.

Was bedeutet die zulässige Betriebstemperatur in der Tabelle?

Die Druck-Temperatur-Zuordnung der Norm gibt an, bis zu welchem Überdruck ein Flansch einer bestimmten Werkstoffgruppe bei einer bestimmten Temperatur eingesetzt werden darf. Mit steigender Temperatur sinkt der zulässige Betriebsüberdruck, weil die Festigkeitskennwerte des Werkstoffs abnehmen. Zwischenwerte dürfen in der Regel linear interpoliert werden.

Ersetzt die Auswahl nach Tabelle den Dichtheitsnachweis der Flanschverbindung?

Für Standardfälle innerhalb der Zuordnungstabellen ja. Bei hohen Zusatzlasten aus Rohrleitungen, besonderen Dichtungen oder Dichtheitsanforderungen (z. B. TA Luft) sollte die komplette Verbindung zusätzlich nach DIN EN 1591-1 nachgewiesen werden, da die Tabellenzuordnung weder äußere Momente noch das reale Dichtungsverhalten berücksichtigt.

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