Aufgabenstellung und Berechnungsziel
Das Modul ECKA berechnet Eckanker (Diagonalanker) von Dampfkesseln — jene schräg gestellten Verankerungen, die den nicht durch Rohre oder Flammrohr gestützten Randbereich ebener Böden von Großwasserraumkesseln gegen den Kesselmantel abstützen. Grundlage ist die Vereinbarung Dampfkessel 003 (2011-01) mit einem Auslegungsvorschlag aus der Zeitschrift „Technische Überwachung“, der auf optimale, spannungsflussgerechte Ankerquerschnitte zielt.
Aus der auf den Anker entfallenden Belastung und der zulässigen Spannung ermittelt das Modul den erforderlichen Eckankerquerschnitt in Ankermitte sowie die erforderlichen Anschweißlängen am mantelseitigen und am bodenseitigen Anschluss. Den Erfordernissen werden die vorhandenen Werte gegenübergestellt; zusätzlich weist das Modul die vorhandene Spannung aus und prüft, ob Geometriebedingungen und Spannungsgrenzen eingehalten sind.
Gebraucht wird die Eckanker-Berechnung bei der Auslegung und Nachrechnung von Großwasserraumkesseln (Flammrohr-Rauchrohrkessel), bei Reparaturen an Bestandskesseln und bei wiederkehrenden Prüfungen, wenn die Verankerung ebener Böden nachzuweisen ist.

Regelwerk und Berechnungsbasis: Vereinbaung Dampfkessel 003 2011-01
So läuft die Berechnung ab
- Belastung des Ankers ermitteln: Aus dem Druck und der dem Eckanker zugeordneten Tragfläche des ebenen Bodens ergibt sich die Belastung, die der Anker als Zugkraft aufnehmen muss. Diese Kraft ist die zentrale Eingangsgröße des Nachweises.
- Zulässige Spannung festlegen: Die zulässige Spannung folgt aus dem Ankerwerkstoff bei Berechnungstemperatur unter Berücksichtigung der Sicherheitsbeiwerte des Regelwerks; bei schräg gestellten Ankern wird die Schrägstellung gegenüber der Bodennormalen berücksichtigt.
- Erforderlichen Querschnitt bestimmen: Aus Belastung und zulässiger Spannung ergibt sich der erforderliche Eckankerquerschnitt in Ankermitte. Nach dem Vorschlag der „Technischen Überwachung“ werden zusätzlich die Ankerbreiten am boden- und mantelseitigen Anschluss so abgestuft, dass der Kraftfluss ohne schroffe Querschnittssprünge verläuft.
- Schweißanschlüsse nachweisen: Für den mantelseitigen und den bodenseitigen Anschluss werden die erforderlichen Anschweißlängen ermittelt und den vorhandenen Längen gegenübergestellt, sodass die Schweißnähte die Ankerkraft sicher übertragen.
- Nachweise auswerten: Das Modul vergleicht vorhandene und erforderliche Querschnitte bzw. Anschweißlängen, weist die vorhandene Spannung aus und meldet, ob die Geometriebedingungen erfüllt und die Spannungen zulässig sind.
Eingabegrößen
| Größe | Symbol | Einheit |
|---|---|---|
| Berechnungsdruck | p | bar |
| Berechnungstemperatur | t | °C |
| ausgeführte Ankerwanddicke | eg | mm |
| Werkstoff | WNr | – |
| Festigkeitskennwert | K | N/mm² |
| Sicherheitsbeiwert | S | – |
| Druckbelastete Fläche | F | mm² |
| Neigungswinkel | (≥ 60°) V | ° |
| Belastung | W | N |
| Zulässige Spannung | f | N/mm² |
| Eckankerquerschnitt (Mitte, vorhanden) | Ag,act | mm² |
| Anschweißlänge, vorhanden (mantelseitig) | lM, act | mm² |
| Anschweißlänge, vorhanden (bodenseitig) | lP,act | mm² |
| Eckankerquerschnitt (Mitte, erforderlich) | eg, req | mm |
| Anschweißlänge, erforderlich (mantelseitig) | lM,req | mm |
| Anschweißlänge, erforderlich (bodenseitig) | lP,req | mm |
| Bogenlänge | Bogenlänge | mm |
| Geometriefaktor | fG | - |
| Zuschlag für Wanddickenunterschreitung | c1 | - |
| Bodenwanddicke | sP | - |
| Winkel alpha | α | ° |
| Manteldurchmesser | dM | – |
| Mantelwanddicke | sM | mm |
| Vorhandene Spannung | σ | N/mm² |
Häufige Fragen
Wofür braucht ein Kessel überhaupt Eckanker?
Ebene Böden von Großwasserraumkesseln können den Innendruck im unverankerten Zustand nur mit unwirtschaftlich großen Wanddicken tragen. Der zentrale Bereich wird durch Rauchrohre und Flammrohr gestützt; der Randbereich zwischen Rohrfeld und Mantel bleibt jedoch unversteift. Genau dort greifen die Eckanker an und leiten die Druckkraft dieses Bodenstreifens schräg in den zylindrischen Mantel ein.
Warum wird der Ankerquerschnitt über der Länge abgestuft?
In Ankermitte wirkt praktisch reiner Zug, an den Anschlüssen kommen Biegeanteile aus der Schrägstellung und der Nachgiebigkeit von Boden und Mantel hinzu. Eine spannungsflussgerechte Gestaltung mit breiteren Enden und schlankerer Mitte vermeidet Kerbwirkung und örtliche Überbeanspruchung an den Schweißanschlüssen — genau diese Abstufung weist das Modul mit den Ankerbreiten in der Mitte sowie am boden- und mantelseitigen Anschluss aus.
Was ist bei der Schrägstellung des Eckankers zu beachten?
Der Anker steht schräg zur Bodennormalen, trägt also nur mit der Komponente in Richtung der Bodenbelastung. Je flacher der Anker liegt, desto größer werden Ankerkraft und erforderlicher Querschnitt bei gleicher Bodenlast. Zudem begrenzen die Regelwerke die zulässige Schrägstellung und die Randabstände; die Geometrieprüfung des Moduls kontrolliert diese Bedingungen.