Die Aufgabenstellung
Bei der Vermessung eines für Vakuum vorgesehenen Behältermantels wird eine größere Unrundheit als in der Grundauslegung angenommen festgestellt. Unter äußerem Druck kann eine kleine geometrische Imperfektion die Beultragfähigkeit stark reduzieren. Eine reine Innendruck-Wanddicke ist für diesen Lastfall ohne Aussage.
Zunächst ist die Messung in die für das Regelwerk maßgebende Imperfektionsgröße zu überführen. Danach werden zulässiger Außendruck, wirksame Schalenlänge und Versteifungsringe gemeinsam bewertet. Wenn die Toleranzgrenze überschritten ist, kann ein spezieller Nachweis nach Anhang F, eine Reparatur oder zusätzliche Versteifung erforderlich werden.
Erforderliche Auslegungsdaten
- Messprotokoll mit Durchmessern und Messpositionen
- Mantelgeometrie, Wanddicke und Ringsteifenabstände
- Maximaler äußerer Druck und Temperatur
- Werkstoff, Fertigungstoleranz und Schweißnahtanordnung
Technischer Lösungsweg
Messdaten auswerten
Ovalität, lokale Einbeulung und Messunsicherheit werden getrennt und regelwerksgerecht bestimmt.
Grundstabilität berechnen
Die unversteifte beziehungsweise zwischen Ringen wirksame Schale wird zunächst mit zulässiger Imperfektion geprüft.
Ist-Unrundheit berücksichtigen
Bei Überschreitung wird der reduzierte zulässige Außendruck nach dem speziellen Imperfektionsverfahren ermittelt.
Versteifung variieren
Ringabstand, Ringquerschnitt oder Manteldicke werden auf ausreichende Beulreserve optimiert.
Abnahmeentscheidung dokumentieren
Akzeptanz, Reparatur, Nachvermessung oder Betriebsbegrenzung werden mit klaren Grenzwerten festgelegt.
Erwartete Ergebnisse
Geeignete SOL-ALPHA-Module
Die Module sind eine fachlich plausible Werkzeugkette. Ihre endgültige Auswahl und Reihenfolge wird bei der späteren konkreten Berechnung anhand des Regelwerks und der Projektrandbedingungen bestätigt.